Leap of Faith

Neulich habe ich Prometheus wiedergesehen, in einer Version, die es nicht ganz so schlimm erscheinen lässt, aber es reichte, um mich daran zu erinnern, wie sehr ich mich beim ersten Mal über die Darstellung der Wissenschaft geärgert habe. Anscheinend spielt der Film in einer Zukunft, in der Ganz Fest Dran Glauben eine anerkannte wissenschaftliche Methode ist, und alle dargestellten Wissenschaftler sind besonders lausig in ihrem eigenen Fachgebiet.

Aber vielleicht ist diese Darstellung gar nicht so unrealistisch. In den USA kämpfen seit Jahren Eltern und Politiker dafür, dass Kinder in der Schule gewisse wissenschaftliche Themen entweder gar nicht mehr oder nur als eine von mehreren möglichen Deutungen (neben der einzig wahren religiösen) lernen. Bücher, die irgendjemand anstößig finden könnte, werden nicht nur von Kindern ferngehalten, auch in den Unis lehnen sich Leute dagegen auf, damit konfrontiert zu werden. (Zum Glück nicht immer erfolgreich, aber das ist nur eine Frage der Zeit.) Und während wir natürlich längst wissen, dass die Amis alle spinnen, brauchen wir gar nicht so weit zu gucken. So wird zur Zeit ein deutscher Prof kräftig geshitstormt, anscheinend weil er es wagt, den Studis in Grundlagenkursen unzeitgemäße Theorien erstmal beizubringen, statt einfach so zu tun, als gäb’s keine Wissenschaftsgeschichte.

Wenn sich diese Haltungen gegenüber der Bildung durchsetzen, ist es nicht mehr so weit, bis Ganz Doll Wünschen und Tief Im Innersten Überzeigt Sein in den Rang anerkannter wissenschaftlicher Methoden erhoben werden.

In so einer Welt spielt dieser Comic.
Ist eine Art Konzeptstudie, um zu sehen, ob man das erzählbar machen kann.
Vielleicht kommt beizeiten noch mehr dazu.


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